Aktuelles aus der Forschung
Cholesterinsenker zur Primärprävention – die JUPITER-Studie
- Die auf dem letzten AHA (American Heart Association)-Kongress vorgestellte Studie wurde mit großem Interesse aufgenommen. Untersucht wurden fast 18.000 Männer und Frauen, die als gesund galten. Die LDL-Cholesterinwerte waren mit unter 130 mg/dl niedrig, dagegen fand sich ein erhöhtes hochsensitives CRP (hsCRP), das als empfindlicher Marker für zukünftige kardiovaskuläre Ereignisse gilt. Ziel war es herauszufinden, ob unter Einnahme eines stark wirksamen Statins (Rosuvastatin) eine Risikoreduktion für das Auftreten von Herzinfarkten oder Schlaganfällen erzielt werden kann. Bei einer durchschnittlichen Senkung des LDL-Cholesterins um die Hälfte konnte die Zahl schwerwiegender Ereignisse um bis zu 50 % verringert werden. Dabei war die Verträglichkeit des Medikaments sehr gut, die Nebenwirkungsrate blieb in beiden Probandengruppen gleich. Rein rechnerisch ergibt sich aus den Ergebnissen, dass 25 Patienten fünf Jahre lang mit Rosuvastatin behandelt werden müssen, um ein schwerwiegendes Ereignis zu verhindern. Für die Zukunft stellt sich die Frage, ob „Gefäßgesunde“ auch mit einem Statin behandelt werden sollten.
- ASS für Diabetiker ohne Gefäßprobleme?
- Während die Gabe von Acetylsaliclsäure bei Diabetikern mit nachgewiesenen Gefäßveränderungen hilft, ein schweres Herz-Kreislauf-Ereignis zu vermeiden, ist der Nutzen zur so genannten Primärprophylaxe umstritten. Die amerikanischen Fachgesellschaften für Kardiologie und Diabetologie haben sich bereits 2007 für die prophylaktische Einnahme von ASS bei Diabetikern über 40 Jahre ausgesprochen. In Europa gilt die Empfehlung im Hinblick auf die Vermeidung von Herzinfarkten nicht, zum Schutz vor Schlaganfällen findet sie Erwähnung. Nach Datenlage profitieren Frauen davon aber weniger als Männer.
- Aktuelle Untersuchungen aus Schottland und Japan konnten wiederum bei Einnahme von ASS über mehrere Jahre keinen signifikanten Vorteil in puncto Risikoreduktion bei Diabetes-Patienten ohne Zeichen der Gefäßerkrankung nachweisen. Somit gilt die Aufforderung, die 2007 ausgesprochenen Empfehlungen bis zum Beweis des Gegenteils kritisch zu betrachten.
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- Vitamine und Folsäure schützen nicht
- Seit langem ist eine Erhöhung des Homocysteins als kardiovaskulärer Risikofaktor bekannt. Dennoch hatten bereits mehrere Studien gezeigt, dass eine Senkung mittels Folsäure und Vitamin B12 keine Risikoreduktion bewirkt hatte, es wurde sogar eine Risikoerhöhung angedeutet. Die aktuelle SEARCH-Studie hat hier erneut schon bekannte Ergebnisse bestätigt, wobei diesmal das Augenmerk auf die Sekundärprävention nach durchgemachtem Herzinfarkt gerichtet wurde. Trotz mehrjähriger Einnahme von Folsäure und Vitamin B12 wurden gegenüber der Placebo-Gruppe nicht weniger Zweitereignisse registriert.
Immerhin konnte unter Berücksichtigung auch älterer Studien kein erhöhtes Gesundheitsrisiko unter den Nahrungszusätzen verzeichnet werden.
- In einer weiteren Studie, an der 14.690 amerikanische Ärzte teilnahmen, wurde untersucht, ob die Einnahme von Vitamin C und E Herzinfarkte oder Schlaganfälle vermindern konnte. Nach mehr als acht Jahren fanden sich gegenüber der Placebo-Gruppe jedoch keine Unterschiede, sodass die Einnahme von derartigen Vitaminpräparaten keinen Vorteil bringt.
- Training wichtig für Muskulatur und Knochen
- Bekanntermaßen kommt es schon nach kurzfristiger Bettruhe zu einem messbaren Abbau der Muskulatur mit entsprechenden Leistungseinbussen. Der Aufenthalt von Astronauten in der Schwerelosigkeit hat ähnliche negative Folgen. Am Zentrum für Muskel- und Knochenforschung in Berlin wurde nun in einer Untersuchung an 24 Freiwilligen das so genannte Galileo-Space-Trainingsgerät getestet. Während einer 60-tägigen Bettruhe konnte eine Gruppe Probanden mit dem über Vibration wirkenden Gerät üben.
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- Während in der Gruppe ohne Training die Sprungkraft um 30 Prozent gegenüber dem Ausgangswert abnahm, konnte bei der Übungsgruppe ein Zuwachs der Leistung um zehn Prozent verzeichnet werden. Auch fanden die Forscher günstige Wirkungen im Knochenstoffwechsel, die Aktivität der knochenaufbauenden Zellen war unter der Behandlung um 45 Prozent erhöht, die der knochenabbauenden Zellen dagegen deutlich vermindert. Somit konnte insbesondere auch im Hinblick auf den Knochenstoffwechsel eine positive Wirkung des Galileo-Trainings nachgewiesen werden.