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Herzrhythmusstörung

Aktuelles aus der ForschungHerzrhythmusstörung
Neue Therapieansätze bei Vorhofflimmern
  • Wie kürzlich auf einer Veranstaltung des Herzzentrums der Universität Hamburg vorgestellt, wurde die Vielfalt der Therapiemöglichkeiten beim Vorhofflimmern deutlich weiterentwickelt. Im Bereich der Katheterablation, also der Behandlung von rhythmusstörungsauslösenden Befunden am Herzen, ist man in den letzten Jahren deutlich vorangekommen, auch wenn beispielsweise bei „hartnäckigen“ Fällen von Vorhofflimmern nicht selten Mehrfach-Eingriffe nötig sind. Nachdem in den letzten Jahren keine wegweisend neuen Medikamente zur Behandlung von Herzrhythmusstörungen auf den Markt gekommen sind, scheint mit dem jetzt neuen Wirkstoff Dronedaron seit längerer Zeit wieder ein deutliche Weiterentwicklung auf dem Gebiet der Antiarrhythmika gelungen zu sein. Positive Erwartungen sind mit dem Einsatz von Dronedaron verbunden, da es im Vergleich zu anderen Antiarrhythmika offensichtlich keine Rhythmusstörungen auslöst und gleichzeitig die Rate an Klinikaufenthalten und auch die Häufigkeit schwerwiegender Ereignisse bis hin zum Tode reduziert.

  • Implantierter Rekorder speichert Herzrhythmusstörungen
  • Die Firma Medtronic hat das so genannte  Cardiac Monitor Reveal XT (Reg.) entwickelt, ein implantierbares System zur Erfassung von relevanten Herzrhythmusstörungen. Dieses weniger als streichholzschachtelgroße Gerät kann über einen längeren Zeitraum definierte Rhythmusereignisse aufzeichnen, die dann vom Kardiologen ausgewertet werden. Der Patient hat die Möglichkeit, für ihn relevante Phasen zu markieren, außerdem ist auch eine Datenübertragung per Fernabfrage möglich.

  • Marcumareinstellung bei Vorhofflimmern oft unzureichend
  • Bei phasenweise oder andauernd bestehendem Vorhofflimmern in Verbindung mit anderen Risikokonstellationen kann es zur Bildung von Blutgerinnseln im Herzen kommen, die bei Ablösung so genannte Embolien auslösen. Besonders gefürchtet sind Verschlüsse der hirnversorgenden Gefäße mit Ausbildung eines Schlaganfalles. Um die Gerinnselbildung zu vermeiden, ist bei den entsprechenden Patienten eine gerinnungshemmende Medikation mit Phenprocoumon (Marcumar) die Therapie der Wahl. Hierbei wird für den so genannten Quick- oder INR-Wert ein definierter Gerinnungsbereich angestrebt und mittels Bluttests kontrolliert. Die abgeschwächte Blutgerinnung, die über bestimmte Gerinnungsfaktoren bewirkt wird, soll einerseits Blutgerinnsel vermeiden, andererseits aber auch kein wesentlich erhöhtes Blutungsrisiko für den Patienten bedeuten.

  • In Vorbereitung auf den Kongress der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin berichtet die Ärzte-Zeitung über eine Studie des Neurologen Prof. Grond aus Siegen. Er hatte untersucht, wie viele Patienten mit Vorhofflimmern bei einem erlittenen Schlaganfall ausreichend mit Marcumar eingestellt waren. Nur vier von zehn Patienten, bei denen eigentlich Marcumar angezeigt war, nahmen dies auch tatsächlich ein. Von den in Frage kommenden Patienten erreichten nur 10 % den geforderten INR-Wert von 2,0.

  • Die Gründe für die unzureichende Anwendung sind vielfältig: Auf Seiten der Patienten herrscht häufig großes Misstrauen gegenüber Marcumar vor, auch erfolgt die Einnahme oft unzuverlässig. Die Ärzte begründen ihre Unsicherheit bei der Verordnung oftmals mit einer erhöhten Sturzgefahr der Patienten sowie einer steigenden Blutungsgefahr. Prof. Grond bemängelte auch die zu seltene Einleitung einer Marcumartherapie bei Schlaganfallpatienten vor Entlassung aus der Klinik, dies hatte eine Untersuchung aus Essen bereits vor einem Jahr gezeigt.