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Herzinfarkt

Aktuelles aus der ForschungHerzinfarkt
  • Blutverdünnung bei Vorhofflimmern häufig nicht ausreichend effektiv
    Patienten mit Vorhofflimmern haben ein fünffach erhöhtes Schlaganfallrisiko gegenüber „Herzgesunden“. Dabei spielt es zunächst keine Rolle, ob die Rythmusstörungen nur zeitweise oder aber dauerhaft auftreten. Die Therapie der Wahl ist die „Blutverdünnung“ mit Vitamin-K-Antagonisten (z.B. Marcumar). Nach Untersuchungen einer kanadischen Forschergruppe ist aber nur die Hälfte der Patienten effektiv marcumarisiert, sei es, weil die Zielwerte nicht erreicht werden, oder weil die Patienten die Therapie gänzlich ablehnen.

    Schon drei Zigaretten pro Tag schädlich
  • Nach Untersuchungen von kanadischen und amerikanischen Forschern erhöht sich das Infarktrisiko bereits bei drei Zigaretten täglich um zwei Drittel, während eine Packung tgl. nur eine Risikoverdoppelung bedeutete. Somit besteht kein linearer Zusammenhang zwischen Zigarettenmenge und Herzkreislaufrisiko und es ist ein Irrglaube, dass wenig Nikotin ungefährlich sei. Gestützt werden diese Ergebnisse auch durch Infarktstudien mehrerer europäischer Nachbarländer, die nach Einführung von Rauchverboten eine dramatische Abnahme der Herzinfarktraten nachwiesen. Hier ist ein entscheidender Effekt auch die rückläufige Gefährdung von Nichtrauchern durch das Passivrauchen.
    Datenauswertungen aus Frankreich belegen, dass auch der Konsum von Kau- und Schnupftabak das Herzinfarkt- und Schlaganfallrisiko um 13 bzw. 40 % erhöht.

    Herzfrequenz ein wesentlicher Faktor bei Koronarpatienten
    In einer Studie an der Universitätsklinik Köln wurde der Einfluss der Herzfrequenz auf den Krankheitsverlauf von Patienten mit koronarer Herzkrankheit untersucht. Insbesondere die Patienten mit einer Pulsrate über 70 Schlägen pro Minute wiesen eine fast doppelt so hohe Zahl an Klinikeinweisungen wegen eines Herzinfarktes auf wie die Gruppe mit niedrigerem Puls.
    Durch die Behandlung mit dem Wirkstoff Ivabradin zusätzlich zur Standardtherapie konnte die Häufigkeit von Herzinfarkten gesenkt werden. Auch wenn sich eine deutlich verminderte Zahl an Klinikbehandlungen und Kathetermaßnahmen ergab, fand sich kein wesentlicher Unterschied hinsichtlich der Zahl an kardiovaskulär bedingten Todesfällen. Dennoch folgerten die Wissenschaftler, dass die Zahl an schweren Herzereignissen bei niedrigerem Puls geringer ist und empfehlen, eine Ruheherzfrequenz von etwa sechzig Schlägen pro Minute in der Behandlung anzustreben.

    Einfluss der Psyche auf das Leben nach dem Herzinfarkt
    In einer Untersuchung des Herzzentrums München gemeinsam mit Forschern der TU und des Helmholtz Zentrums wurde untersucht, inwieweit die fehlende Verarbeitung eines Herzinfarktes als traumatisches Ereignis die spätere Lebenserwartung beeinflusst.
    Die Patienten, die ihre Situation nach dem Infarkt sehr angstbetont beschrieben, wiesen dabei über einen Zeitraum von fünf Jahren ein 3,5 fach erhöhtes Risiko auf, früher zu versterben. Solche Menschen, die an einer so genannten posttraumatischen Belastungsstörung leiden, sind also deutlich gefährdeter als die, die ein akutes Krankheitsereignis gut verarbeitet haben. Es bestätigt sich somit, dass insbesondere nach einem Herzinfarkt eine psychologische Betreuung und Begleitung der Patienten wichtig ist.

  • Wintersport muss kein Tabu sein
  • Auch wenn dünne Luft in den Bergen einen Angina-pectoris-Anfall auslösen kann, müssen Patienten nicht auf ihren Skiurlaub verzichten. Als problemlos gelten Mittelgebirgslagen von 1000 bis 1500 Metern; die maximale Höhe liegt bei 2500 Metern. Die Außentemperatur sollte nicht unter minus fünf Grad fallen. Wichtigste Voraussetzung ist, dass Patienten problemlos 120 bis 150 Watt beim Belastungs-EKG leisten können. Die Höhenbegrenzungen sollten im Zweifel durch Ihren Arzt erfolgen.
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