Aktuelles aus der Forschung
- Gedächtnisleistung auch abhängig vom Lebensstil
- Auf der internationalen Alzheimerkonferenz in Wien wurden neue Studienergebnisse vorgestellt, die sich mit dem Einfluss von Ernährung und Sport auf die Gedächtnisleistung befassten. Bei Teilnehmern mit langjährig gesunder Ernährung mit viel Obst und Gemüse, Fisch, Geflügel und wenig Süßem konnte nach elf Jahren auf einer 100-Punkte-Skala ein um vier Punkte besserer Wert erzielt werden. Somit wurden ältere Studien bestätigt, die niedrigere Demenzraten bei gesunder Ernährung nachgewiesen hatten. In weiteren Untersuchungen fand sich ein geringerer Abbau der kognitiven Fähigkeiten bei den Menschen, die regelmäßig, aber auch nicht übermäßig Sport trieben. Interessanterweise konnten auch die Probanden positive Ergebnisse erzielen, die erst im fortgeschrittenen Alter mit dem Sport begannen.
Dunkle Schokolade und Funktion der Herzkranzgefäße
- Wesentliche Faktoren in der Entstehung der Arteriosklerose sind der so genannte oxidative Stress, Störungen der inneren Gefäßschicht (sog. Endotheldysfunktion) und eine vermehrte Aktivierung der Blutplättchen (Thrombozyten). Eine in der Zeitschrift Circulation veröffentlichte Studie befasste sich mit dem Einfluss dunkler Schokolade (reich an sog. Flavonoiden) auf die Funktion der Kranzgefäße herztransplantierter Patienten. Im Vergleich zu den Patienten, die flavonoidarme Schokolade gegessen hatten, ergab sich zwei Stunden nach Einnahme der dunklen Schokolade eine Erweiterung der Gefäße, eine verbesserte Gefäßfunktion und eine verminderte Verklumpungstendenz der Blutplättchen.
- Hinweise auf ähnlich günstige Wirkungen bei Herzpatienten wurden in anderen Untersuchungen bei regelmäßigem Konsum von Schwarzem Tee, der ebenfalls einen hohen Gehalt an Flavonoiden aufweist, gefunden.
Bedeutung des Kochsalzkonsums bei Bluthochdruck
- Es gibt Bluthochdruckpatienten, bei denen auch unter drei oder mehr blutdrucksenkenden Medikamenten keine zufrieden stellende Einstellung des Blutdruckniveaus zu erzielen ist. Die Ursachen hierfür können vielfältig sein, nicht selten ist offensichtlich auch eine inadäquate Kochsalzzufuhr mitverantwortlich. Eine neue Studie aus Amerika konnte nun eindrucksvoll den Effekt einer beschränkten Kochsalzzufuhr (nur 1,15 g pro Tag) nachweisen. In der Phase der salzarmen Ernährung ließ sich der Blutdruck im Mittel um 22,7/9,1 mmHg senken. Weitere Parameter bestätigten die durch diese Maßnahme eingeleitete Kreislaufentlastung. Die Autoren verweisen aber auch auf die Problematik, eine derart niedrige Salzzufuhr im Alltag umzusetzen und fordern hier insbesondere auch eine Miteinbeziehung der Lebensmittelindustrie, um den Salzgehalt vieler Produkte zu verringern. In jedem Falle bleibt aber stets die Empfehlung, bei Bluthochdruck den Salzkonsum möglichst niedrig zu halten getreu dem Motto: würzen statt salzen.
- Die richtige Ernährung für den Diabetiker
- In einer kanadischen Studie (veröffentlicht in JAMA 300, 2008, 2742) wurde belegt, dass Diabetiker durch die Wahl ihrer Nahrungsmittel deutlichen Einfluss auf den HbA1c-Wert, den Cholesterinspiegel sowie auch auf das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen nehmen können. Betrachtet wurden Nahrungsmittel nach dem so genannten glykämischen Index, dieser Wert zeigt an, wie schnell das Lebensmittel zu einem Blutzuckeranstieg führt. In einer Probandengruppe wurden Lebensmittel mit niedrigem glykämischen Index (Bohnen, Erbsen, Linsen, Nüsse, Pasta, Brot wie zum Beispiel Pumpernickel) empfohlen, während eine zweite Gruppe sich mit Vollkorn-Getreideprodukten ernährte. In der ersten Gruppe wurde der HbA1c-Wert um 0,5 % gesenkt gegenüber 0,18 % in der zweiten Gruppe, außerdem war in der Testgruppe ein leichter Anstieg des guten HDL-Cholesterins im Vergleich zur Getreidegruppe zu verzeichnen. Der Studie zufolge sind Pasta, Nüsse und Bohnen für Diabetiker also günstiger als Vollkornbrot.
- Übergewicht weit verbereitet
- Nach Untersuchungen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung wächst die Zahl der Menschen mit Übergewicht weiter an. In ihrem Bericht für das Jahr 2008 werden 68 % der Männer und 50 % der Frauen als übergewichtig bezeichnet. Auffällig ist dabei, dass bei Männern in der Altersgruppe zwischen 35 und 39 Jahren bereits mehr als jeder zweite zu viel wiegt, während bei den Frauen dieser Trend erst jenseits der 55 Jahre manifest wird.
- Bereits im Kindesalter werden die schlechten Ernährungsgewohnheiten der Eltern übertragen: Es wird zu süß, zu salzig und zu proteinreich gegessen. Insbesondere der Anteil an Gemüse im täglichen Speiseplan sei bei den meisten Kindern zu gering. Hinzu kommt Bewegungsmangel, sodass letztlich späteres Übergewicht vorprogrammiert ist.
- Pizza und Herzinfarktrisiko
- Im Rahmen einer italienischen Studie wurde untersucht, ob der regelmäßige Genuss von Pizza das Risiko, einen Herzinfarkt zu erleiden, verringert. Dabei wurden über einen Zeitraum von vier Jahren in einem Mailänder Krankenhaus Patienten mit einem akuten Herzinfarkt bezüglich ihrer Lebens- und insbesondere Essgewohnheiten (Pizzakonsum) befragt. Als Kontrollgruppe dienten Patienten, die wegen anderer Ursachen ins Krankenhaus aufgenommen wurden. Es stellte sich heraus, dass die Patienten mit gelegentlichem Pizzakonsum (1-3 mal pro Monat) bereits ein reduziertes Infarktrisiko aufwiesen, das bei Menschen mit regelmäßigem Pizzakonsum (mehr als 1 mal pro Woche) noch geringer war. Zu beachten ist dabei, dass die „typische“ italienische Pizza einen relativ begrenzten Energiegehalt aufweist im Vergleich zur „Fast-Food-Pizza“. Offenbar haben insbesondere Zutaten wie Tomaten und Mozzarella einen „schützenden“ Effekt, wahrscheinlich repräsentiert die italienische Pizza aber auch im Allgemeinen die heute empfohlene mediterrane Kost. Auch wenn die genauen Zusammenhänge noch ungeklärt sind, weisen die Studienergebnisse doch darauf hin, dass der regelmäßige Pizzaverzehr das Infarktrisiko in Italien verringert.