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Arterien- und Venenleiden

Aktuelles aus der ForschungArterien- und Venenleiden
  • Thromboserisiko steigt bei langen Reisen
  • Das Risiko, auf längeren Reisen eine Thrombose zu erleiden, ist gegenüber Nicht-Reisenden bekanntermaßen erhöht. Allerdings ist es immer wichtig, so genannte Risikofaktoren wie frühere Thrombosen etc. zu berücksichtigen, um im Vorfeld die Menschen mit einem hohen Risiko zu erfassen. Wissenschaftler der Harvard-Universität haben errechnet, dass sich das Thromboserisiko pro zwei Stunden Reisedauer um jeweils 18 % gegenüber Nicht-Reisenden erhöht. Daraus lässt sich nicht generell die Notwendigkeit von beispielsweise medikamentöser Blutverdünnung ableiten. In weiteren Studien muss aber untersucht werden, welchen Stellenwert die empfohlenen Allgemeinmaßnahmen (Bewegung und ausreichende Flüssigkeitszufuhr auf Reisen) in der Thromboseprophylaxe wirklich haben.

  • getABI-Studie (German Epidemiological Trial on Ankle Brachial Index)
  • In der Studie wurden in 344 Hausarztpraxen Menschen über 65 Jahre hinsichtlich einer peripheren arteriellen Verschlusskrankheit (pAVK) untersucht mittels Messung des Knöchel-Arm-Index (Knöchelarteriendruck gegen Armarteriendruck). Gleichzeitig wurden über ein Jahr Todesfälle und schwere kardiovaskuläre Ereignisse (Herzinfarkt/Schlaganfall) registriert.

  • Es stellte sich heraus, dass bei 18% der Menschen eine – häufig asymptomatische – pAVK vorlag. Nach einem Jahr betrug die Gesamtsterblichkeit bei den pAVK-Patienten 2,8%, bei den Patienten ohne pAVK nur 0,9%. Herausragend war in der AVK-Gruppe die Sterblichkeit aufgrund von Koronarer Herzerkrankung und Herzinfarkt, während die Zahl der Schlaganfälle in beiden Gruppen gering war.

  • Die Studie bestätigte, dass das Vorliegen einer arteriellen Verschlusskrankheit (AVK) bei Menschen über 65 Jahre einen hohen Vorhersagewert bezüglich ihres Erkrankungs- und Sterblichkeitsrisikos hat. Entsprechend sollte die einfach durchzuführende Messung des Knöchel-Arm-Index flächendeckend erfolgen, um zunächst die Risikogruppe der AVK-Patienten zu ermitteln. Diese kann dann gezielt hinsichtlich Herz-Kreislauferkrankungen weiter untersucht werden, die Einleitung einer spezifischen Therapie zur Risikoreduktion ist zur Verhinderung weiterer Ereignisse möglich.

  • Bei arterieller Verschlusskrankheit ist viel Bewegung gefragt
  • Bekanntermaßen haben Patienten mit Schmerzen beim Laufen und nachgewiesener arterieller Verschlusskrankheit (AVK) ein erhöhtes Risiko für schwerwiegende Herz-Kreislaufereignisse wie Herzinfarkt und Schlaganfall.
    In zwei englischen Studien wurde zum einen nachgewiesen, dass sich Patienten mit AVK im Alltag weniger bewegen als Menschen ohne Gefäßerkrankungen und auch ihre Schrittgeschwindigkeit deutlich niedriger ist. Zum anderen konnte eine enge Beziehung zwischen dem Grad der körperlichen Aktivität und dem Sterblichkeitsrisiko der Gefäßpatienten herausgearbeitet werden:
    Die Menschen mit überwiegend sitzender Tätigkeit wiesen ein doppelt so hohes Sterblichkeitsrisiko auf wie die aktiveren Patienten. Dieses Ergebnis blieb auch unter Berücksichtigung des Knöchel-Arm-Index und des Body-Mass-Index signifikant.

  • Kompressionsstrümpfe beim Sport
  • Das Tragen von Kompressionsstrümpfen bei der chronisch venösen Insuffizienz ist seit langer Zeit ein wesentlicher Therapieansatz. Hierdurch wird der Venenquerschnitt verkleinert und die Funktion der Venenklappen wiederhergestellt, der Rücktransport des Blutes zum Herzen verbessert sich.

  • Auf dem Kongress der Deutschen Gesellschaft für Phlebologie in Bochum wurden zudem neue Studienergebnisse vorgestellt, die auch bei Venengesunden positive Wirkungen von Kompressionsstrümpfen insbesondere unter sportlicher Betätigung zeigten. Diese wirken den unter Belastung teils auftretenden Undichtigkeiten der Venenklappen entgegen mit dem Ergebnis, dass subjektiv eine Leistungssteigerung festgestellt wurde. Außerdem verlief die Regeneration nach dem Sport schneller, es wurde über weniger Schwellungen und Schmerzen in den Beinen geklagt. Zudem gibt es Hinweise, dass das Tragen von Kompressionsstrümpfen das Fortschreiten von Krampfaderleiden aufhält.